Solarkollektoren decken im Sommer den Brauchwasserbedarf, ein Erdwärme-Nahwärmenetz deckt mit Hilfe einer Wärmepumpe den Restwärmebedarf in den Passiv-Reihenhäusern in Ulm. (Foto: christophers-architekten)

Solarkollektoren decken im Sommer den Brauchwasserbedarf, ein Erdwärme-Nahwärmenetz deckt mit Hilfe einer Wärmepumpe den Restwärmebedarf in den Passiv-Reihenhäusern in Ulm. (Foto: christophers-architekten)

Passiv-Reihenhäuser in Ulm nutzen Sonne und Erdwärme

Im Rahmen der Expo 2000 wurden auf dem Ulmer Eselsberg 10 Passiv-Reihenhäuser gebaut. Ihre Wärmeversorgung wird im Wesentlich durch passive solare Gewinne und unter Ausnutzung von Geothermie mittels Sole-Wasser-Wärmepumpe sichergestellt. Die mit Wärmepumpe beheizten Reihenhäuser sind Teil der Passivhaussiedlung "Im Sonnenfeld".

Um die solaren Wärmegewinne zu optimieren, planten das Siedlungswerk Stuttgart, der Bauherr der Reihenhaus-Anlage, gemeinsam mit dem Architekturbüro Christophers+Partner aus Stuttgart die Reihenhäuser in Split-Level-Bauweise. Das heißt, dass die unterschiedlichen Stockwerke nur um halbe Stockwerke versetzt und offen gestaltet sind. So erwärmt die Sonneneinstrahlung nicht nur das Erdgeschoss, sondern gleichzeitig auch den Keller und den 1. Stock.

Neben der Orientierung der Häuser zur Sonne wurde erstmalig in Deutschland ein solares Nahwärmekonzept in Kombination mit dem Passivhausstandard ausgeführt. Dazu werden zwei Erdwärmesonden mit einer Tiefe von 70 und 100 m als Wärmequelle zur Deckung des Heizwärmebedarfs genutzt. Eine Wärmepumpe pumpt dann die Erdwärme auf das zur Beheizung der Reihenhäuser auf dem Eselsberg, einem Stadtteil im Nordwesten von Ulm, nötige Temperaturniveau hoch. So kann der Heizwärmebedarf der Reihenhäuser von 15 kWh/m2a gedeckt werden.

Die Warmwasserbereitung erfolgt dezentral. Dazu reichen bereits 4 m2 Solarkollektorfläche und ein 400 Liter fassender Warmwasserspeicher aus, um den Brauchwasserbedarf in den Sommermonaten und in der Übergangszeit zu decken. Die Wärmepumpe deckt dann den Restwärmebedarf im Winter.

Hintergrund: Die Stadt Ulm nahm am Modellvorhaben „Ökologische Stadt- und Gemeindeentwicklung“ des Landes Baden-Württemberg teil. Unter anderem wird dabei das Ulmer „Kommunale Energiekonzept“ von 1995/96 umgesetzt, das Energieeinsparung, rationelle Energieerzeugung und die verstärkte Verwendung regenerativer Energieträger zum Schwerpunkt hat. Der wichtigste Baustein dieses Konzeptes ist eine große Passivhaussiedlung auf einem städtischen Areal, ca. 2 km nordwestlich der Innenstadt und am Rande des schon in den 1950er Jahren entstandenen Stadtteils „Eselsberg“.

In einem Vergabe-Wettbewerb konnten sich 21 Planungsteams aus ArchitektInnen, FachplanerInnen und Bauträgern im Juli 1998 mit Projektskizzen um ein Baufeld im Gebiet „Sonnenfeld“ bewerben. Es wurden acht Teams ausgewählt, deren Konzepte geeignet schienen, den Passivhaus-Standard baulich und technisch umzusetzen. Die acht Baufelder wurden mit insgesamt 110 Wohneinheiten in unterschiedlichen 2- bis 3-geschossigen Haustypen bebaut. Gemeinsam ist allen Bauten, dass es sich um „zertifizierte“ Passivhäuser handelt.

Steckbrief:
Reihenhäuser im Passivhaus-Standard in Ulm-Eselsberg

Objekt: Reihenhäuser im Passivhaus-Standard
Strasse: Cartesiusstraße
Ort: 89075 Ulm-Eselsberg
Baujahr: 01.07.2001
Beteiligte Unternehmen: Christophers+Partner (Stuttgart)
Anwendung: Heizen
Wärmequellen: Erdwärmesonden
Technik: Sole-Wasser-Wärmepumpe
Quelle: Technische Universität Braunschweig
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