Technikgebäude der Prenzlauer Tiefe Erdwärmesonde von außen (Foto: Stadtwerke Prenzlau GmbH / September 2018)
Tiefen Erdwärmesonde mit Wärmepumpe im Prenzlauer Wärmenetz
In Prenzlau wurde eine vorhandene Bohrung aus DDR-Zeiten zur Tiefen Erdwärmesonde ausgebaut. Die Geothermieanlage am Thomas-Müntzer-Platz in Prenzlau besitzt eine maximale thermische Leistung von 120 kW. Sie stellt Wärme zur Beheizung und Warmwasserbereitung von bis zu 550 Wohneinheiten über das Prenzlauer Fernwärmenetz bereit. Die Tiefensonde zeichnet neben der hohen CO2-Ersparnis sich durch einen praktisch störungsfreien Betrieb über die Jahre aus, mit seltenen Unterbrechungen von einigen Stunden.
Seit dem 10. November 1994 ist die Tiefe Erdwärmesonde im Herzen der uckermärkischen Kreisstadt Prenzlau mit einer Tiefe von 2786 Metern und einer Dauer-Wärmeleistung mit Wärmepumpe von 520 kW bei einer Gesteinstemperatur von 108 °C in Betrieb. Die Wärmeleistung ohne Wärmepumpe beträgt "im Naturumlauf" bis 120 kW. Die Sonde speist ihre Energie in das Fernwärmenetz Prenzlau-West der Prenzlauer Stadtwerke ein.
Die Koaxialrohrsonde besitzt eine aktive Oberfläche für die Wärmeübertragung von 1.463 m2, ein isoliertes Innenrohr dient zur Medienführung nach oben, wo die Wärme über einen oberirdischen Plattenwärmeübertrager an den Heizungskreislauf abgegeben wird. Der Innendurchmesser der wärmeaustauschenden Rohrtour beträgt bis 950m 9 5/8 “, danach bis zur Endteufe 6 5/8“. Die Tiefe Erdwärmesonde in Prenzlau ist einer gasbefeuerten Heizkesselanlage vorgeschaltet.
Im Sondenkreislauf zirkuliert sauberes, aufbereitetes Wasser. Die Erdwärme dringt durch die Hülle der Erdwärmesonde und erhitzt das Wasser. Am Boden der Sonde wird es durch das Innenrohr wieder an die Oberfläche gefördert. Die nach unten strömenden Wassermassen isolieren dabei das nach oben geförderte heiße Wasser von den kälteren Erdschichten, zudem ist die Fließgeschwindigkeit des nach oben geführten Mediums aufgrund der geringeren Querschnittsfläche des Innenrohres wesentlich höher. Diese beiden Effekte verringern die Auskühlung des geförderten Wassers und tragen zu einer besseren Energieausbeute bei.
Eine Wärmepumpe wird dabei für die Trinkwarmwasserbereitung eingesetzt (Fabrikat Güstrower Wärmepumpen Typ Titan 26WW HTS). Sie ist für den Hochtemperaturbereich geeignet und als Kompaktgerät ausgeführt. Die Wärmepumpe wird mit dem FCKW-freien Kältemittel R 134a betrieben. Ihre Heizleistung beträgt 28,5 kW, die elektr. Leistungsaufnahme 8,7 kW. Die Eintrittstemperatur am Verflüssiger beträgt 50 °C, die Austrittstemperatur 70 °C.
Weitere Informationen finden Sie u.a. im » Steckbrief zur Geothermiebohrung Gt Prenzlau 2/85 [2a/94]
Steckbrief:
Wärmepumpe für die Trinkwarmwasserbereitung
in Prenzlau
| Objekt: | Wärmepumpe für die Trinkwarmwasserbereitung |
| Ort: | Prenzlau |
| Baujahr: | 1994 |
| Leistung in kW: | 28kw |
| Wärmepumpen-Hersteller: | Güstrower Wärmepumpen Typ Titan 26WW HTS |
| Anwendung: | Heizen |
| Wärmequellen: | Erdwärme |
| Technik: | Wasser-Wasser-Wärmepumpe |
| Quelle: | Stadtwerke Prenzlau |
Bildmaterial: Tiefen Erdwärmesonde mit Wärmepumpe im Prenzlauer Wärmenetz
Technikgebäude der Prenzlauer Tiefe Erdwärmesonde von außen (Foto: Stadtwerke Prenzlau GmbH / September 2018)
Das Sondenhaus von außen, Technikgebäude im Hintergrund (Foto: Stadtwerke Prenzlau GmbH / September 2018)
Das Sondenhaus von innen, der Kopf der Tiefe Erdwärmesonde in Prenzlau (Foto: Stadtwerke Prenzlau GmbH / September 2018)
Technikgebäude von innen, vorne die Wärmepumpe) (Foto: Stadtwerke Prenzlau GmbH / September 2018)
Links Sondenhaus, rechts Technikgebäude, vorne Photovoltaikanlage (Foto: Stadtwerke Prenzlau GmbH / September 2018)
Die PV Anlage trägt zum benötigten Pumpenstrom im Technikgebäude bei (Foto: Stadtwerke Prenzlau GmbH / September 2018)
