Geothermische Heizzentrale in Neubrandenburg (Foto: Niteshift - wikimedia / CC BY-SA 3.0)
Neubrandenburg: Erdwärme und Absorptionswärmepumpe beheizen Wohngebiet
Die Geothermische Heizzentrale Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern versorgte seit 1987 u.a. das Wohngebiet Rostocker Straße und die Hochschule Neubrandenburg mit Heizwärme, die direkt aus Thermalwasser in 1300 m Tiefe stammt. Von 2001 bis 2004 wurde die Anlage zu einem geothermischen Tiefenspeicher umgebaut und in den Wasserkreislauf des Neubrandenburger Gas- und Dampfturbinen-Heizkraftwerkes eingebunden.
So wird seitdem in den Sommermonaten mit der überschüssigen Wärme des Kraftwerks das aus der Tiefe geförderte Wasser aufgeheizt und unterirdisch eingelagert, um dann im Winter für die Fernwärmeversorgung der Stadt genutzt werden zu können.
Die Geothermische Heizzentrale Neubrandenburg, die über ein Niedertemperatur-Fernwärmenetz ein Wohngebiet von etwa 12 MW Anschlussleistung versorgt, entnimmt Grundlastwärme direkt dem Thermalwasser. Darüber hinaus sind eine Absorptionswärmepumpe von 9 MW und konventionell befeuerte Kesselanlagen in Betrieb.
Zur Förderung und Injektion des benötigten warmen Thermalwassers stehen vier Bohrungen zur Verfügung, die bis in Tiefen zwischen 1.200 m und 1.300 m reichen. Die sommerliche Überschusswärme des GuD-Kraftwerkes wird zum einen in das zentrale Primär-Fernwärmenetz eingespeist und bis in die Geothermische Heizzentrale geleitet. Hier dient sie der direkten Versorgung des angeschlossenen Heiznetzes und wird darüber hinaus mit einer Leistung von 4 MW in den Erdboden eingelagert. Dies geschieht, indem Thermalwasser mit circa 45 °C und 100 m3/h entnommen, erwärmt und in die „warme Bohrung“ mit etwa 80 °C injiziert wird.
Im Winter arbeitet der Wärmespeicher wie bisher die Geothermische Heizzentrale. Die Strömungsrichtung ist gegenüber dem Sommer umgekehrt. Warmes Thermalwasser wird nun aus der „warmen“ Bohrung gefördert, heizt das Wohngebiet Rostocker Straße und wird anschließend in die „kalte“ Bohrung injiziert.
Der Unterschied zum bisherigen Betrieb besteht darin, dass die Fördertemperatur des Thermalwassers nicht mehr reichlich 50 °C sondern bis zu 80 °C beträgt. Die höheren Temperaturen treten am Anfang der Entnahmeperiode auf. Im Laufe der Entnahme sinkt die Thermalwassertemperatur. Nach einer etwa fünfjährigen Einlaufphase unterschreitet sie allerdings in der gesamten Heizperiode den Wert von 67 °C nicht mehr.
Titel-Foto: Niteshift - wikimedia / CC BY-SA 3.0
Steckbrief:
Wohngebiet Rostocker Straße und Hochschule Neubrandenburg
in Neubrandenburg
| Objekt: | Wohngebiet Rostocker Straße und Hochschule Neubrandenburg |
| Ort: | Neubrandenburg |
| Baujahr: | 1987 |
| Leistung in kW: | 9000kw |
| Anwendung: | Heizen |
| Wärmequellen: | Erdwärme |
| Technik: | Absorptionswärmepumpe |
| Quelle: | "Geothermie in Schleswig-Holstein - Ein Baustein für den Klimaschutz" - Landesamt für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein |
