Die Europäische Zentralbank nutzt u.a. Erdwärme aus den Pfahlgründungen (Foto: mailgk1 / wikipedia)

Die Europäische Zentralbank nutzt u.a. Erdwärme aus den Pfahlgründungen (Foto: mailgk1 / wikipedia)

Frankfurt-Ostend: Europäische Zentralbank baut auf Geothermie-Pfähle

Der Neubau der EZB in Frankfurt hat für viel Aufsehen gesorgt. Aus dem 2002 ausgelobten Architekten-Wettbewerb ging das österreichische Architekturbüro Coop Himmelb(l)au als Sieger hervor. Ihr Entwurf im Stadtteil Ostend nahe des Mainufers war nicht nur futuristisch, mit der Nutzung von Erdwärme in Kombination mit anderen Heizsystemen ist er auch ein Stück nachhaltiger geworden.

Die Bauarbeiten begannen im Februar 2010, rund viereinhalb Jahre später zogen am 18. März 2015 die ersten Mitarbeiter ein. Das sich aus drei Elementen zusammensetzende Bauwerk (Großmarkthalle, Büro-Doppelturm, verbindendes Eingangsbauwerk) sollte ein Energie- und Trinkwasserressourcen schonendes Gebäude werden. So bestand eine Anforderung darin, dass es 30% weniger Energie verbrauchen sollte, als es die Energieeinsparverordnung (EnEV) 2007 verlangt.

Hierzu setzten die Architekten u.a. auf eine hochwärmedämmende Gebäudehülle, den Austausch von Fenstern in der Großmarkthalle, auf einen effizienten Sonnenschutz, um den Kühlaufwand insbesondere durch die Glasfassade (Schild-Hybrid-Fassade) zu reduzieren, und auf einen Mix aus Fern-, Ab- und Erdwärme.

Einerseits ist der Neubau der EZB an das Frankfurter Fernwärmenetz angeschlossen, andererseits wird die Abwärme aus dem hauseigenen Rechenzentrum genutzt, um die Deckenheizung der Büros als auch die Fußbodenheizung der Großmarkthalle zu versorgen. Hinzu kommt Geothermie für Heizung und Kühlung. Hierzu wurden Plastikschläuche in die rund 30 Meter tiefen Pfahlgründungen integriert, die so die Erdwärme an die Wärmepumpen im Heizzentrum der Europäischen Zentralbank liefern.

Steckbrief:
Dreiteiliges Gebäudeensemble (Großmarkthalle, Büro-Doppelturm, verbindendes Eingangsbauwerk) in Frankfurt-Ostend

Objekt: Dreiteiliges Gebäudeensemble (Großmarkthalle, Büro-Doppelturm, verbindendes Eingangsbauwerk)
Strasse: Sonnemannstraße 22
Ort: 60314 Frankfurt-Ostend
Baujahr: 18.03.2015
Beteiligte Unternehmen: Coop Himmelb(l)au, Gassmann + Grossmann, Arge IFFT (Institut für Fassadentechnik) IFFT-ML / Prof. Schott – Prof. Lange, Arup, Bollinger & Grohmann Ingenieure mit Grontmij, Wolfgang Sorge Ingenieurbüro für Bauphysik, Jappsen Ingenieure, Ebert-Ingenieure, Bartenbach Lichtlabor, Aldrans, HHP Süd, Beratende Ingenieure
Anwendung: Heizen & Kühlen
Wärmequellen: Erdwärme
Technik: Sole-Wasser-Wärmepumpe
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Bildmaterial: Frankfurt-Ostend: Europäische Zentralbank baut auf Geothermie-Pfähle

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