Im Wohnquartier Neue Gartenstadt Falkenberg in Berlin Bohnsdorf/ Grünau kommt ein Heizungskonzept mit Wärmepumpe zum Einsatz. (Foto: Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V.)

Neue Gartenstadt Falkenberg heizt und kühlt mit Sole‐Wasser‐Wärmepumpen

Im ersten Bauabschnitt der Neuen Gartenstadt Falkenberg in Berlin‐Bohnsdorf im Berliner Bezirk Treptow‐Köpenick, errichtet zwischen Herbst 2011 und Frühjahr 2013, sorgen dezentrale Sole‐Wasser‐Wärmepumpen von Stiebel Eltron für die Beheizung und die passive Kühlung von sieben Wohngebäuden mit insgesamt 59 Wohneinheiten und einer Kindertagesstätte. Ein zentrales Blockheizkraftwerk sorgt für die Warmwasserbereitung, welches von einem Spitzenlast‐Gas‐Brennwertgerät unterstützt wird.

Die Berliner Bau‐ und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG hat dafür auf dem gesamten Areal der Neuen Gartenstadt Falkenberg 29 Bohrungen, je 99 Meter tief, realisiert. Durch Ziegeldecken und eingelegte Heizungsrohre wird die Wärme direkt in die Wohnräume abgegeben, welche über die Wärmepumpenanlage jedoch auch passiv gekühlt werden können. Die Größe der Wärmepumpe richtet sich nach den jeweiligen Anforderungen des Gebäudes, daher werden Erdwärmepumpen vom Typ WPF 10, 13, 27 und 40 von Stiebel Eltron genutzt. Nach Aussage von Christoph Mojen, Geschäftsführers des verantwortlichen Planungsbüros ECOPLAN, können dank der für die Wärmenutzung günstigen Bodenbeschaffenheit, der geringen Heizungsvorlauftemperatur und der hohen Effizienz der Wärmepumpen sehr gute Jahresarbeitszahlen von deutlich über 4 erreicht werden.

Bereits Anfang 2013 wurde mit dem Bau des zweiten Bauabschnitts der Neuen Gartenstadt Falkenberg begonnen. Errichtet wurden acht weitere Häuser mit 68 Geschosswohnungen sowie 27 Reihenhäuser (insgesamt also 95 Wohneinheiten). Auch hier setzen Genossenschaft und Planer auf eine Kombination aus Wärmepumpen für Heizung, Blockheizkraftwerk und Spitzenlast‐Brennwertgerät für die Warmwasserbereitung. Installiert wurden erneut Erdreich‐Wärmepumpen von Stiebel Eltron mit Wärmeleistungen zwischen 13 und 38 Kilowatt. Zum energetischen Konzept gehören ferner Blockheizkraftwerke, die einerseits die Grundlast‐Warmwasserbereitung übernehmen, andererseits Strom liefern, der wiederum in das Vattenfall‐Netz eingespeist wird. Für die Spitzenlastabdeckung bei der Warmwasserbereitung sind zusätzlich Gas‐Brennwertgeräte vorhanden.

Im Zuge des zweiten Bauabschnitts für die Ausstattung der Wärmepumpen mit einem Internet‐Service‐Gateway (ISG) stark gemacht, welches Stiebel Eltron bereits seit 2012 für seine Wärmepumpen anbietet. Das ISG fungiert als Schnittstelle zwischen der Heizung und dem hauseigenen Internetrouter, so dass die Daten der Anlage komfortabel über ein Internetprotal mittels Smartphone, Tablet, Laptop oder PC ‐ aufgerufen und Einstellungen vorgenommen werden können.

Wie das Beispiel der Neuen Gartenstadt Falkenberg zeigt, haben Planer und Architekten bei der Errichtung oder Modernisierung von Quartieren und Siedlungen die Chance, durch den gezielten Einsatz von Wärmepumpen in Kombinationen mit anderen Techniken, wie einem Blockheizkraftwerk oder Gas‐Brennwertgerät, den Klimaschutz massiv voranzutreiben. Außerdem ergeben sich durch den daraus resultierenden effizienteren Ressourceneinsatz geringere Kosten im laufenden Betrieb. Wärmenetze stehen somit in einer Linie mit den Anstrengungen, die langfristigen von der Bundesregierung angestrebten Ziele der Energiewende zu erreichen.

Steckbrief:
Wohnquartier mit Mehrfamilien- und Reihenhäusern in Berlin‐Bohnsdorf

Objekt:Wohnquartier mit Mehrfamilien- und Reihenhäusern
Ort:12524 Berlin‐Bohnsdorf
Wärmepumpen-Hersteller:Stiebel Eltron
Beteiligte Unternehmen:Planungsbüro ECOPLAN
Anwendung:Heizen & Kühlen
Wärmequellen:Erdwärmesonden
Technik:Sole-Wasser-Wärmepumpe
Quelle:Bundesverband Wärmepumpe
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